Medientipp

Als der Himmel fiel

Die Cousinen Ophelia und Franka wachsen zusammen am Rhein auf, seit ihrer Kindheit sind sie beste Freundinnen. Bei aller geteilten Freude verbindet sie ein dunkles Geheimnis, das Franka nur Ophelia anvertraut hat und keinem anderen Menschen auf der Welt.
Nach der Schule erhält Ophelia die Chance, in Yale Violine zu studieren. Franka hingegen hangelt sich von Praktikum zu Praktikum, von Affäre zu Affäre. Immer wieder braucht sie Ophelias Trost. Als sie einen Job in einer New Yorker Galerie findet, ist sie froh, endlich wieder in ihrer Nähe zu sein.
In New York überschlagen sich die Ereignisse. Ophelia hat einen schweren Unfall. Zur gleichen Zeit fliegen Attentäter gekaperte Flugzeige ins World Trade Center. Und zwischen den rauchenden Türmen häufen sich die Anzeichen dafür, dass Ophelia Frankas Geheimnis verraten hat.

Julie von Kessel: Als der Himmel fiel, Kindler, 363 Seiten, 2019

   
 

Die Seidentöchter

Mailand, heute: Camillas Traum von einer Karriere als Modeschöpferin zerplatz, als sie beschliesst, sich um ihre schwer kranke Ziehmutter zu kümmern. Doch was wie ein Verzicht anmutet, entpuppt sich unerwarteter Neuanfang. Camilla stösst auf eine Truhe mit wunderschönen Kleidern, die einzige Hinterlassenschaft von Mariannes Mutter, einer hochtalentierten Schneiderin. In eines davon ist eine Botschaft eingenäht. Fasziniert von der ihr unbekannten Frau, stellt Camilla Nachforschungen an, die sie in die Vergangenheit führen.
Paris. 1936: Caterina, eine junge Italienerin voller Hoffnung und Ideale, hat in der Stadt der Liebe mit einem kleinen Atelier von sich reden gemacht. Sie wird geschätzt für ihre einzigartige Gabe, das Beste in ihren Kundinnen zum Vorschein zu bringen. Ihr grösster Wunsch wäre ein grosses Modeunternehmen, doch das Schicksal hat andere Pläne mit ihr.

Cristina Caboni: Die Seidentöchter, Blanvalet, 377 Seiten, 2019

   
 

Willkommen im Hotel der Herzen

Es ist Sommer in Cornwall, doch von entspannten Stunden am Strand sind Gretchen Wilde und ihre Tochter Nettie weit entfernt. Für sie fängt nun die turbulenteste Zeit des Jahres an, denn es ist Hochsaison im Wild at Heart, dem kleinen Hotel auf den Klippen über dem Meer, das die beiden gemeinsam führen. Viele Paare reisen hierher, vor allem, weil sie nahe dem Wild at Heart ein berühmter Wallfahrtsort für alle Liebenden befindet – ein herzförmiger Felsen. Doch ausgerechnet Gretchen hat sie noch nicht wieder gefunden, die Liebe. Nettie spielt Kupplerin – und damit stiftet sie erst einmal ein ordentliches Chaos.

Anne Sanders: Willkommen im Hotel der Herzen, Blanvalet, 444 Seiten, 2019

   

Es ist immer etwas Gutes dabei..

Die 96-jährige Monika Brunner führte ein Leben wie viele Frauen ihrer Generation. Sie erzählt offen und ehrlich von ihrer schönen Jugend, der Arbeit als Dienstmädchen, den glücklichen Jahren als Mutter von fünf Söhnen, der schwierigen Ehe und der Mitarbeit im eigenen Handwerkerbetrieb, davon wie sie sich gegen gesellschaftliche Widerstände stemmte und ihre Freiheit erst nach der Scheidung nach vierzig Ehejahren wieder gewann. Sie schreibt von verhärteten Fronten und verschlossenen Seelen, von Mystischem und Esoterischem, von glückseligem Leben und Lieben und von Todesangst – und sie lässt einen teilhaben an ihrer nie erloschenen Lebensfreude. «Es isch nüt so schlecht, als dass es nöd no näbis guets het!», pflegt die Autorin zu sagen.

Monika Brunner- Es ist immer etwas Gutes dabei, edition punktuel, 166 Seiten, 2019

   
 

Mehr als tausend Worte

Deutschland im Jahr 1938: In der Nacht vom 9. auf den 10. November brennen die Synagogen. Tausende Juden werden verhaftet, misshandelt, getötet. Auch Alizas Vater, ein jüdischer Arzt, der in Berlin alles daran setzt, die Verletzten zu versorgen, gerät zusehends in Bedrängnis. Als er von den Kindertransporten einer englischen Hilfsorganisation erfährt, sieht er darin die Chance, wenigstens seine Tochter in Sicherheit zu bringen. Zeitgleich erfährt Fabian, Alizas grosse Liebe, dass er zum Wehrdienst eingezogen werden soll. Beim Abschied überreicht er ihr ein Taschentuch, das mit dem Duft „Je Reviens“ besprüht ist, „Ich komme wieder“.
Aber können die beiden wirklich auf ein Wiedersehen hoffen?
Eine Geschichte für die Menschlichkeit und gegen das Vergessen. Nie war es so wichtig wie heute, sich daran zu erinnern.

Lilli Beck: Mehr als tausend Worte, Blanvalet, 491 Seiten, 2019

   
 

Weisse Fracht

Mitte Juli. An der Algarve herrscht brütende Hitze, nicht nur die streunenden Katzen Fusetas meiden jegliche Aktivität, als plötzliche zwei Morde, deren Opfer auch auf den zweiten Blick nicht miteinander in Verbindung zu stehen scheinen, dem Team um Leander Lost Rätsel aufgeben. Bis der Sohn eines Drogenbosses, der im benachbarten Spanien seit zehn Jahren im Gefängnis sitzt, in Fuseta auftaucht.
Auch im diesem Band seiner Bestseller-Reihe um den deutschen Kommissar in Diensten der portugiesischen Policia Judicaria präsentiert uns Gil Ribeiro eine grossartige Mischung aus Spannung, fantastischen Figuren, einer guten Portion Humor sowie viel Liebe für die portugiesische Lebensart und die Landschaft der Algarve.

Gil Ribeiro: Weisse Fracht, Kiepenheuer & Witsch, 399 Seiten, 2019

   
 

Die Fliedertochter

Als Paulina Willke von ihrer älteren Freundin Antonia gebeten wird, für sie nach Wien zu fahren und ein Erbstück abzuholen, zögert sie keine Sekunde. Denn mit Antonia verbindet sie von Kindsbeinen an etwas ganz Besonderes. Ihre Schneekugel mit dem Wiener Riesenrad, ein altes Erbstück, nimmt Paulina mit auf die Reise. In Wien übergibt ihr Lena Brunner das Tagebuch einer gewissen Luzie Kühn. Paulina hat den Namen noch nie gehört, doch die tragische Geschichte der jungen Sängerin zieht sie in ihren Bann. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Luzie und Antonia? Dann entdeckt Paulina im Wohnzimmer der Brunners die gleiche Schneekugel, die sie selbst im Gepäck hat. Und sie fragt sich, ob es sein kann, dass auch ihr Schicksal mit Luzies Geschichte verbunden ist.
Ein sehr spannender Roman, packend bis zum Schluss, über die Vorkriegszeit 1936 bis zum zweiten Weltkrieg, sowie aus der Gegenwart.

Teresa Simon: Die Fliedertochter, Heyne, 491 Seiten, 2019

   
 

Korsische Gezeiten

In einer wildromantischen Bucht vor Korsika ist man auf Spuren jenes römischen Schiffes gestossen, das dem sagenumworbenen (und authentisch!) „Schatz von Lava“ geladen haben soll. Uralte Münzen und Artefakte lagern auf dem Meeresgrund, und die Insel wird von einem regelrechten Goldrausch erfasst. Insbesondere die „ehrenwerten“ korsischen Familien wollen unbedingt vor der Pariser Regierung an die Reichtümer gelangen.
Das Wrack jedoch kann nur mithilfe eines Apnoe-Tauchers geborgen werden, der in der Lage ist, sich ohne hinderliche Sauerstoffflaschen durch die Felsspalten in der Tiefe zu zwängen. Nicht viele sind in der Lage, dies zu leisten – mit Ausnahme vielleicht von Laurine, auf die der Schriftsteller und Wahl-Korse Eric Marchand seit längerem ein Auge geworfen hat. Er ist wenig begeistert von diesem Abenteuer und seinen Unwägbarkeiten. Doch weder Laurine noch Eric ahnen, was tatsächlich auf sie zukommen wird.

Vitu Falconi: Korsische Gezeiten, Knaur, 297 Seiten, 2019

   
 

Pfauensommer

Maggie ist gerade in Australien, als sie ein Anruf aus der Heimat England erreicht: Ihre geliebte Grossmutter Lillian liegt im Krankenhaus. Sofort kehrt Maggie auf das herrschaftliche Landgut der Familie zurück. Sie sorgt sich um ihre Grossmutter und auch um den Zustand des Anwesens, das kurz vor dem Verfall steht. Fest entschlossen, den Ort ihrer Kindheit zu retten, taucht sie immer tiefer in die Geschichte ein, die das Haus erzählt und die Lillian verschweigt. Was hat es mit dem wunderschönen Pfauenwandgemälde im Westflügel auf sich?
Maggie ahnt, dass es eng mit dem tragischen Schicksal ihrer Grossmutter verknüpft ist. Auf ihrer Spurensuche wird auch sie von Schuldgefühlen eingeholt. Erneut muss sie sich mit dem grössten Fehler ihres Lebens auseinandersetzten. Wird es Maggie gelingen, aus den dramatischen Verstrickungen zu lernen, sich ein für alle Mal von den Fesseln der Vergangenheit zu befreien?
Eine kunstvoll gewobene, fesselnde Geschichte, die drei Generationen einer Familie umspannt.

Hannah Richell: Pfauensommer, Diana, 477 Seiten, 2019

   
 

Abendrot

Das Leben ist rau in Holt, Colorado. Es gehorcht den Rhythmen der Natur und den ungeschriebenen Gesetzen einer Kleinstadt. Hier kann man sich nicht aus dem Weg gehen, hier gibt es aber auch eine Gemeinschaft, die einen nicht im Stich lässt, wenn man einsam oder verzweifelt ist. Und jederzeit ist die Begegnung möglich, die alles verändert.
Betty und Luther versuchen am Existenzminimum, ihre Familie zusammenzuhalten. DJ und Dena, elf Jahre alt, schaffen sich in einem verlassenen Haus ein Ersatzzuhause. Und die McPheron-Brüder, zwei Viehzüchter samt ihrer Ziehtochter Victoria treten wieder auf. Ein paar einsame Seelen, die trotz aller Unterschiede zueinanderfinden. Das ist der Zauber von Holt, Colorado.
Kent Harufs Erzählkunst und seine Empathie für seine Figuren machen die Lektüre zu einem mitreissenden und beglückenden Erlebnis.

Kent Haruf: Abendrot, Diogenes, 413 Seiten, 2019

   
 

Blutlauenen

Obwohl sie nicht nur angenehme Erinnerungen an die gemeinsame Zeit hat, verbringt Journalistin Cora Johannis mit ihrer Jugendclique ein Wochenende in einem abgelegenen Jagdhaus in den Alpen, das mit einem Albtraum endet. Beim ersten Abendessen bricht ein Gast tot zusammen, da waren es nur noch neun. Kurz darauf geschehen weitere mysteriöse Todesfälle. Die Anwesenden werden zur Zielscheibe eines kaltblütigen Mörders, und weit und breit ist niemand, der ihnen helfen kann. Cora fasst einen lebensgefährlichen Plan. Und sie weiss nicht ob sie ihre Kinder je wieder sehen wird, eigentlich hat sie ihnen doch noch so viel nicht gesagt, vor allem ihrer Tochter.
Ein tödliches Kammerspiel in bester Agatha-Christie-Manier, geschrieben von einem Schweizer Autor.

Christof Gasser: Blutlauenen, Emons, 316 Seiten, 2019

   
 

Frau im Dunkeln

Leda ist fast fünfzig, geschieden, sie unterrichtet Englisch an der Universität in Florenz. Den heissen Sommer verbringt sie in einem süditalienischen Küstenort. Bücher, Sonne, das Meer, was könnte friedlicher sein? Am Strand macht sich neben ihr jedoch eine übermütig lärmende neapolitanische Grossfamilie breit, darunter eine noch junge Mutter und deren kleine Tochter. Leda beobachtet die beiden über Tage, zunächst fasziniert, voller Sympathie und Wohlwollen. Allmählich aber schlägt ihre Stimmung um, irgendwann folgt sie einem Impuls, sie tut dem kleinen Mädchen und der Familie etwas Verstörendes an. Und wird plötzlich selber heimgesucht, von lange verdrängten Erinnerungen an die gravierenden Entscheidungen, die sie zu treffen hatte, ganz zum Leidwesen ihrer Töchter.
Ein unvergesslicher und hochspannender Roman.

Elena Ferrante: Frau im Dunkeln, Suhrkamp, 187 Seiten, 2019

   

Die Liebe im Ernstfall

Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde sind aufgewachsen in den Grenzen der DDR. Nun, nach der Wende, wollen sie alles, bekommen vieles, doch immer sticht der Stachel ihrer Rolle als Frau.
Paula lernt an einem heissen Sommerabend ihren zukünftigen Mann kennen. Sie bekommen ein Kind, doch das Kind stirbt, und die uferlose Trauer reisst alles mit sich. Judith eine arrivierte Ärztin, eine kultivierte Frau, sucht über den Umweg durchs Bett den Mann zum Leben. Dann wird sie schwanger und treibt das Kind heimlich ab. Brida ist Schriftstellerin und reibt sich auf zwischen der Liebe zu ihren Kindern und der inneren Notwendigkeit zu schreiben. Malika war als Teenager ein vielversprechendes Geigentalent, doch die Hoffnung auf eine grosse Karriere verlöscht ebenso wie ihre Hoffnung auf Familie und Kinder, als ihr Mann sie verlässt. Doch dann tritt Jorinde auf. Malikas jüngere Schwester, erfolgreich und interessant, die alles hat, was Malika nicht hat.

Daniela Krien: Die Liebe im Ernstfall, Diogenes, 287 Seiten, 2019

   

Eisige Tage

Winter in Leipzig, die Stadt erstarrt in Eiseskälte. In einem Auto am Elster-Saale-Kanal wird die steifgefrorene Leiche eines Anwalts gefunden. Was für die smarte Kommissarin Hanna Seiler und ihren starrköpfigen Kollegen Milo Novic zunächst nach einem Routine-Mordfall aussieht, entpuppt sich rasch als ein Dickicht krimineller Verstrickungen. Im Besitz des Toten finden sie skandalträchtiges Material, darunter das Foto eines minderjährigen Mädchens, das seit einer Woche vermisst wird. Während die Stadt im Schnee versinkt, müssen die Ermittler eine düstere Welt betreten, in der schon die Jüngsten gefährliche Spiele treiben.
Alex Pohl tritt nun zum ersten Mal unter seinem Klarnamen als Autor in Erscheinung: „Eisige Tage“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe rund um den Tatort Leipzig, seine Heimatstadt.

Alex Pohl: Eisige Tage, Peguin, 425 Seiten, 2019

   

Glück ist deine Entscheidung

Mein Jahr bei den Ältesten und was ich von ihnen gelernt habe:
Auf den letzten Stationen im Leben sieht man vieles klarer, deshalb sind für die Journalistin Silvia Aeschbach die Ältesten unter uns spannende Gesprächspartner auf der Suche nach Antworten auf die Frage: Was ist Glück? In inspirierenden Portraits lässt sie die Menschen in hohem Alter zu Wort kommen, die davon erzählen, wie man es trotz Krankheit und erschwerter Bedingungen jeden Tag aufs Neue selbst in der Hand hat, sich für ein glückliches Leben zu entscheiden. Ihre Lebenslust und Neugier zeigen, dass Glück kein Geschenk des Schicksals ist, sondern eine Entscheidung, die man selbst trifft. Die Autorin traf dazu elf Frauen und Männer, ab 80 Jahren, ohne die sie dieses Buch nicht hätte schreiben können und es entstanden dabei neue und bereichernde Freundschaften. Ein wahrer Genuss um es auch zu lesen.

Silvia Aeschbach. Glück ist deine Entscheidung, mvg-Verlag, 174 Seiten, 2019

   

Grenzgänger

Die Schönings leben in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Als Hennis Mutter plötzlich verstirbt und die Siebzehnjährige sich in der Verantwortung für ihre Geschwister sieht, beginnt sie, sich mit Kaffeeschmuggel etwas dazuzuverdienen. Sie kennt die Routen über das Hohe Venn, ein tückisches Moorgebiet. So kann sie die Schmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen.
Ab 1950 übernehmen immer mehr organisierte Banden den Kaffeschmuggel, und Zöllner beginnen, auf Menschen zu schiessen. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen.
Henni steckt man daraufhin in eine Besserungsanstalt. Die jüngeren Geschwister kommen in ein kirchliches Heim, wo Matthias an Lungenentzündung stirbt. Vom tragischen Schicksal ihrer Geschwister und den wahren Todesumständen ihres kleinen Bruders wird Henni erst viele Jahre später erfahren.
Ein Stück Zeitgeschichte verpackt in eine berührende Familiengeschichte.

Mechtild Borrmann: Grenzgänger, Droemer, 285 Seiten, 2019

   

Jahre aus Seide

Ruth wächst glücklich und behütet auf, sie besucht das Lyzeum, verbringt die Sommer an der See und taucht in der benachbarten Villa des Seidenfabrikanten Merländer in die Welt der Stoffe ein. Mit Begeisterung lernt sie nähen und fertigt aus sorgsam gehüteten Stoffresten kunstvolle Verzierungen und kleine Taschen. Und sie verliebt sich. Kurt ist einige Jahre älter und, genau wie sie, jüdischen Glaubens. Dann kommen die Nazis an die Macht, und all ihre Träume für die Zukunft zerplatzen. Immer häufiger sind sie und ihre Familie Anfeindungen ausgesetzt, wissen nicht mehr, wem sie noch trauen können und stehen schliesslich vor der Frage, ob sie ihre geliebte Heimat, Freunde und Verwandte verlassen müssen. Und dann kommt der schicksalhafte Tag, an dem sich das Leben von Ruth mit einem Mal ändert.
Eine dramatische Familiengeschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht und einen berührt. Ruth Meyer hat sich ihr ganzes Leben dafür eingesetzt, dass der Horror an den Juden nicht vergessen wird.

Ulrike Renk: Jahre aus Seide, atb, 563 Seiten, 2019

   

Vanitas - Schwarz wie Erde

Manchmal ist ein Friedhof der sicherste Ort für die Lebenden. Auf dem Wiener Zentralfriedhof jedenfalls ist die Blumenhändlerin Carolin ein so gewohnter Anblick, dass sie beinahe unsichtbar ist. Ebenso wie die Botschaften, die sie mit ihrem Auftraggebern austauscht, raffiniert verschlüsselt in die Sprache der Blumen – denn ihre grösste Angst ist es, gefunden zu werden.
Noch vor einem Jahr war Carolins Name ein anderer; damals war sie als Polizeispitzel einer der brutalsten Banden des organisierten Verbrechens auf der Spur. Kaum jemand weiss, dass sie ihren letzten Einsatz überlebt hat. Doch dann erhält sie einen Blumengruss, der sie zu einem neuen Fall nach München ruft – und der sie fürchten lässt, das sie ihren eigenen Tod bald ein zweites Mal erleben könnte.
Vanitas – Schwarz wie Erde ist der Auftakt zur brandneuen Reihe psychologischer Thriller der Autorin Ursula Poznanski.

Ursula Poznanski: Vanitas – Schwarz wie Erde, Knaur, 377 Seiten, 2019

   
Das geheime Glück

Emily und Robbie stehen kurz vor der goldenen Hochzeit. Sie selbst sind in die Jahre gekommen, ihre Liebe aber ist noch so intensiv wie am ersten Tag. Mit ihrem Sohn und ihren Enkelkindern blicken sie auf ein erfülltes Leben zurück. Was niemand weiss: Emily und Robby hüten ein Geheimnis, das sie seit ihrer schicksalhaften Begegnung immer enger aneinander gebunden und ihnen schwere Entscheidungen abverlangt hat. Ein Geheimnis, das sie um jeden Preis bewahren müssen. Auch wenn sie ahnen, dass irgendwann der Moment kommen wird, an dem sie die Wahrheit nicht mehr werden verbergen können.
Ein glänzend geschriebener Roman über zwei Leben und eine grosse Liebe. Vor allem aber ist es sehr spannend, da die Autorin die Geschichte in diesem Buch rückwärts geschrieben hat und man das Geheimnis erst ganz am Schluss erfährt.

Julie Cohen: Das geheime Glück, Diana, 432 Seiten, 2019
   
Novembereis

In den 1970er-Jahren bringt der Bau der Eisenbahn Arbeit und Verdienst ins Toggenburg. Das Leben der einfachen Menschen im Tal ist hart, das Denken eng und die soziale Kontrolle streng. Johann ist ein Vagant, der da und dort sein Unwesen treibt. Das Buch erzählt seine Geschichte. Eine Geschichte, die nicht zuletzt wegen Eigenmächtigkeit und Nachlässigkeit der Obrigkeit eine unheilvolle Dynamik erfährt. Johann missbraucht und ermordet ein Mädchen. Die schreckliche Tat erhitzt die Gemüter im Toggenburg und in der ganzen Schweiz und beflügelt die Argumentation jener, die die Todesstrafe im Kanton St.Gallen wieder einführen möchten, was ihnen 1879 in der Volksabstimmung auch gelingt.

Monika Rösinger: Novembereis, Orte Verlag, 196 Seiten, 2019
   

Traum des Lebens

Es ist das Jahr 1968: Im Hafen von Leningrad müssen der junge Alexander Karpenko und seine Mutter auf der Flucht vor dem KGB entscheiden, auf welches Schiff sie sich als blinde Passagiere schleichen. Eines fährt nach Grossbritannien, das andere in die USA. Der Wurf einer Münze soll das Schicksal von Alexander und Elena besiegeln. Unweigerlich fragte sich Elena, ob sie es für den Rest ihres Lebens bedauern würden, nicht in die andere Kiste gestiegen zu sein.
Über eine Zeitspanne von dreissig Jahren und auf zwei Kontinenten entfaltet sich in Jeffrey Archers neuem Roman eine Geschichte von einmaliger Spannung und Dramatik – eine Geschichte, die man nicht wieder vergisst.

Jeffrey Archer: Traum des Lebens, Heyne, 703 Seiten, 2019

   
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